fantasmagorique

- être dans la lune

Béla Réthy philosophiert über Flüssigkeiten 23 Juni, 2008

Gespeichert unter: Leben — fantasmagorique @ 8:34

Gestern hatte ich  mir eigentlich fest vorgenommen, nicht das Spiel Italien-Spanien zu schauen, da mich weder die Elf von dem optischen Methusalem Aragones noch die Elf des in die Jahre gekommenen Mailänder Laufstegmodels Donadoni sonderlich reizte. Ich vermutete, dass die Italiener sich wieder – wenn Herr Fanderl so typsich deutsch und böse mit den roten Flecken im Gesicht guckt – schmerzverzerrt ans Schienbein fassten, und die wendigen smartartigen Spanier jede Lücke für ein Foul nutzen und mit hochgezogenen Augenbrauen sowie Händen beteuern: He bailado! Madre de Dios!

Und? Es war so wie immer. Gerade, als mir selbst auch schon die ojos wegsackten, musste Béla Réthy mal wieder einen seiner fast immer gänzlich überflüssigen Kommentare der Welt da draußen an den Kopf werfen.

Gut, das Spiel war in der Tat langweilig, und für Béla Réthy sicherlich auch nicht gerade leicht, nicht den Kopf auf den Tisch sacken zu lassen, wobei er nur in einem regelmäßigen Abstand von zwei Minuten sagen musste: „David Villar…er ist kurz vor dem Strafraum, und… oh, doch kein Tor.“ Dann konnte er (eigentlich) weiterschlafen. Aber wahrscheinlich in einer dieser kurzen Aufwachphasen bekam er Durst. Seine Kehle war trocken, und er sah die verschwitzten Spieler.

Die 90 Minuten waren fast um, und auch die Spieler nutzten nicht mehr flitzend jede Lücke sondern trabten ganz sanft wie ein Dromedar über das Feld. Béla Réthy wäre nicht Béla Réthy, hätte er kein Mitgefühl.

O-Ton: „Ja, so ist das, auch das Spiel der Spanier ist nach knapp 90 Minuten nicht mehr so flüssig … Kein Wunder, bei dem Flüssigkeitsverlust.“

Ich glaube, bei Herrn Réthy zeichnete sich auch ein ausgeprägter Flüssigkeitsverlust ab.

Als dann am Ende das spanische Königspaar nach dem Sieg der Spanier im Elfmeterschießen eingeblendet wurde, sagte er: „Tja, wenn das Königspaar nicht das Königspaar wäre, so wälzten die beiden sich sicherlich auch auf dem Boden vor Freude.“

In diesem Moment schaltete ich den Fernseher aus und hoffte, Béla Réthy würde mal einen richtig großen Schluck aus dem Wasserglas nehmen und erstmal richtig schlafen. So wie ich dann auch. Um seine Kommentare auch ganz schnell wieder zu vergessen.

 

One Response to “Béla Réthy philosophiert über Flüssigkeiten”

  1. Chouchou Says:

    Vielleicht sollte mal Delling & Netzer nicht nur zwischendurch, sondern auch während des Spiels zusammen kommentieren!

    Die Kommentare beim Berner Block verhelfen übrigens zu ein wenig Erleichterung. ;-)


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