fantasmagorique

- être dans la lune

twinkling – luminous…and somehow marvellous 28 November, 2007

Gespeichert unter: Irland — fantasmagorique @ 7:08

So, da wären wir wieder einmal an dem Punkt angekommen. Das ganze Jahr über verdrängt man diesen Gedanken, und dann ist es plötzlich doch wieder da… dieses Glitzern, das Leuchten, diese erzwungene Wärme, der Zwang zur „schönen Stimmung“ und den verschiedensten Düfte in der Luft, die die Sinne vernebeln sollen, den Verstand ausschalten, damit auch ja niemand vergisst, dass da doch noch etwas war. Die Vorweihnachtszeit.

Eigentlich befinde ich mich hier momentan eher auf „neutralem“ Boden. Dundalk ist, abgesehen von dem neuen Einkaufszentrum -das mit einem übereiligen Santa, der mit einem sehr neuzeitlichen Feuerwerk auf dem Dach landet und Kindern wie ein Popstar zuwinkt, Kilometern von Lichterketten aus Fernost und einem Meer aus pinkfarbenen, plüschigen Geschenken für kleine Mädchen aufwartet- doch sehr … abgeklärt. Anders kann man es nicht sagen. Kein Funkeln, kein Glitzern, nur ein Plakat, das darauf hinweist, dass es für die weihnachtliche Stimmung ja das Einkaufszentrum gäbe. Auf der anderen Seite ist es auch mal sehr angenehm, nicht bei jedem Gang durch den Ort von dem Duft angebrannter Rostbratwürstchen, einem Turm aus Zuckerwatte -klebt sowieso immer eher im Haar oder an der Nase- oder einem riesigen Lebkuchenherz, das kaum zu tragen ist, wenn man nicht gerade die durchtrainierte Nackenmuskulatur eines Bobfahrers hat, bombardiert wird.

Aber… es war klar, dass das nun kommt, ein bisschen fehlt es doch! Es muss ja nicht gleich ein Turm aus Zuckerwatte sein, vielleicht gerade so viel, dass sie nicht an der Nase klebt. Ein ganz kleines Lebkuchenherz, das ganz schnell aufgegessen werden kann, wenn gerade niemand guckt. Das reicht ja schon. :-)

Und so habe ich mich auf die Suche nach der irischen Weihnachtsstimmung gemacht. Irgendwo muss sie sich ja versteckt haben. Bisher zeichnete sie sich meist dadurch aus, dass überall kleine „Robins“ zu sehen waren. Wer jetzt an Robin Hood denkt, dem sei gesagt, in Irland war er nie. ;-) Nein, vielmehr sind die kleinen Rotkehlchen gemeint, die auf Postkarten, Weihnachtskugeln, Tischdecken und auch sonst permanent als Objekt für weihnachtliche Dekorationskunst missbraucht werden. Oder Santa tarnt sich als Robin…

                      img_1380.jpg 

Auf jeden Fall dachte ich mir, dass das ja noch nicht alles sein kann. Und dem war auch so, wie ich zu meiner Freude feststellen durfte. Dublin hat in diesem Jahr zum ersten Mal (!) einen Weihnachtsmarkt. Auch wenn mich das Gefühl beschleicht, dass jedes Land eine andere Vorstellung von einem typischen Weihnachtsmarkt hat, so bin ich trotzdem gespannt. Denn die Dublin Docklands -wo der Weihnachtsmarkt statt finden wird- haben die Messlatte doch sehr hoch gesetzt. Auf ihrer Seite im Internet schreiben sie, dass es nicht nötig sei, für den Besuch eines Weihnachtsmarkts nach München, Wien oder Prag zu reisen, um einen „traditionellen“ Weihnachtsmarkt zu erleben. Nun dann.

So werde auch ich am 12. Dezember zur Eröffnung des „European style Christmas market“ nach Dublin fahren und gespannt sein auf „carol singers, stocking fillers, a German theme bar with mulled wine“ und natürlich meinem Favoriten der „deliciously indulgent hot chocolate“ … Ob das nun wirklich alles sehr Irisch ist, wage ich zu bezweifeln.

Aber ich schaue mir trotzdem mal „the winter wonderland of twinkling lights and Christmas trees“ bei wahrscheinlich gefühlten 13°C und einigen letzten Sonnenstrahlen an.

 

beach holiday with a muffler 15 November, 2007

Gespeichert unter: Irland — fantasmagorique @ 1:31

Inzwischen kann ich gar nicht mehr zählen, wie oft ich schon gefragt wurde: „Und, regnet’s in Irland auch so sehr?“ In der Regel antworte ich dann: „Nein, es regnet nicht.“ Dann höre ich meist erst ein kurzes Schweigen am anderen Ende der Leitung, dann ein „Hm … aha.“ Anschließend ein: „Das ist aber wirklich … komisch. Also hier regnet’s jedenfalls schon seit Tagen.“

Ich versuche dann immer zu erklären, dass Dundalk scheinbar geografisch sehr günstig gelegen ist, und die Regengebiete diese Region so gut wie immer außen vor lassen. Aber irgendwie will ich das Gefühl nicht loswerden, dass meine Gesprächspartner immer nur milde lächeln und sich denken: „Das arme Mädchen, schon kein leckeres Essen dort, und dann muss sie auch noch mit dem ganzen Regen leben. Kein Wunder, dass sie sich nicht traut, die Wahrheit zu sagen. Es regnet doch schließlich immer in Irland. Das braucht sie doch nicht abstreiten. Wir wissen es doch alle, dass das Wetter dort nun mal nicht so toll ist. „

Darum möchte ich heute noch einmal die Gelegenheit nutzen zu erwähnen, dass es wirklich nicht in der Häufigkeit in Irland regnet, wie man es sich in Deutschland sonst erzählt. In elf Wochen hat es bisher so selten geregnet, dass ich es noch gut mitzählen konnte: fünf Tage Regen und zusätzlich zwei weitere Tage Nieselregen mit Nebel am Vormittag. Das war alles. Wirklich. :-)

Wenn ich jetzt auch noch sage, dass man sich in Dublin auch im Herbst noch wie in St. Peter-Ording am Strand fühlen kann, weil das „irische Wetter besser ist als sein Ruf“  ist , so werden meine Gesprächspartner wohl endgültig vom Glauben abfallen. ;-)

 

Relax … 14 November, 2007

Gespeichert unter: Berlin, Irland — fantasmagorique @ 4:47

                img_1087.jpg

Ich muss zugeben, dieses Bild wird nicht jeder verstehen, aber dennoch möchte ich es heute einstellen, um kurz zu verdeutlichen, weshalb seit dem letzten Eintrag schon so viel Zeit vergangen ist. Sagen wir es mal so … wenn ich morgens in den Spiegel schaue, erkenne ich gewisse Parallelen zu dem Gesichtsausdruck dieses Jungbullens. ;-) (Natürlich immer nur für einen Moment, dann ist wieder alles normal!)

Nachdem die letzten elf Wochen unglaublich schnell vergangen sind, ist nämlich jetzt schon langsam die Zeit der ganzen Vorprüfungen angebrochen. Die Abschlussprüfungen lassen auch nicht mehr lang auf sich warten, und manchmal fragt man sich schon, wie man da noch hinterher kommen soll. Die Zeit nach Irland will schließlich auch schon etwas geplant werden. Dann geht es nach Berlin, und es ist bisher gar nicht so leicht, dort eine geeignete WG zu finden. Aber wie es scheint, könnte sich inzwischen vielleicht sogar schon etwas gefunden haben … On verra. Es ist nur manchmal komisch, wenn man noch in Irland ist, aber schon die (kurze) Zeit zu Hause vor Augen hat, dann eine Unterkunft in Berlin sucht, und sich gleichzeitig schon mit der Diplomarbeit befasst. Obwohl aus der derzeitigen Perspektive selbst Weihnachten noch in relativer Ferne liegt. Da kann man schon mal so komisch gucken irgendwann. ;-)