Béal Feirste 2 September, 2007
Heute ging es also nach Belfast – mit dem Bus. Ich wollte ja nicht mehr über Busfahrten schreiben, aber so viel sei gesagt: es ist wirklich eine ganz spezielle Erfahrung. Man sollte alles vergessen, was man jemals zuvor damit in Verbindung gebracht hat. Es gibt keine festen Haltestellen, keine einzuhaltenden Zeiten, Uhren sind nur Zierde, und es ist normal, dass der Busfahrer sämtliche anderen Pkw überholt – auf der Autobahn. Und genau dort fehlen zumeist die Ausfahrten. Somit muss man dem Busfahrer einfach mal vertrauen, wenn er plötzlich auf der Autobahn den Blinker rechts setzt, und vor dem Gegenverkehr auf die andere Spur abbiegt. Leitplanken sind dann dort nicht, und er zieht den Bus in einer scharfen Kurve nach rechts rüber, wenn er meint, der Gegenverkehr ist gerade noch weit genug entfernt. Ja, es ist erlaubt. Man hält nur erstmal für einen kleinen Moment die Luft an und überlegt, ob man die Augen lieber einfach für den Rest der Fahrt besser mal geschlossen lässt.
Belfast. Zunächst fällt es kaum auf, dass man nicht mehr in Irland selbst, sondern nun in Nordirland ist. Ein einziges Mal habe ich am Straßenrand ein Schild gesehen: „Sinn Féin – We deliver“ In Belfast selbst erscheint dann doch alles ein wenig britischer. Die Bilder dazu habe ich bereits hochgeladen. Und dabei dürfte auffallen, dass es immer noch nicht geregnet hat bisher.
(Nur ganz kurz, aber das zählt nicht…) Zu Belfast selbst werde ich heute nicht viel schreiben, denn ich denke, dass viele der Bilder bereits einiges über die Menschen sowie die dortige Atmosphäre verraten.
Beschreiben ließe es sich auch nicht, denn Irland sollte jeder für sich selbst erfahren. Eine Erfahrung ist es auf jeden Fall wert. Ich denke, gewisse Dinge sind einfach schwer zu glauben, wenn man es selbst noch nicht gesehen hat. Jeden Tag passieren Dinge, die -aus Sicht eines Menschen vom europäischen Festland- den Gedanken hervorrufen, dass das doch gar nicht alles so sein kann, was man gerade mit eigenen Augen sieht…



